Fragen und Antworten

Wie andere respiratorische Erreger kann eine Infektion mit dem Coronavirus zu Symptomen wie Husten, Schnupfen, Fieber sowie zu einer Störung des Geruchs- und/oder Geschmackssinns führen.

Weitere Symptome können sein: Halsschmerzen, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Konjunktivitis, Hautausschlag, Lymphknotenschwellung, Apathie, Somnolenz.

Eine Infektion mit dem Coronavirus kann auch ohne Symptome verlaufen.

Quelle: RKI
Stand: Mai 2021

Wie bei Influenza und anderen akuten Atemwegsinfektionen schützen Husten- und Nies-Etikette, gute Händehygiene sowie Abstand zu Erkrankten (mindestens 1,5 Meter) auch vor einer Übertragung des neuen Coronavirus. Diese Maßnahmen sind auch in Anbetracht der Grippewelle überall und jederzeit angeraten.

Quelle: Robert Koch Institut

Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel mit dem Coronavirus infiziert haben. Auch für eine Übertragung des Virus durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen oder über kontaminierte Oberflächen, wodurch nachfolgend Infektionen beim Menschen aufgetreten wären, gibt es derzeit keine belastbaren Belege. Allerdings können Schmierinfektionen über Oberflächen nicht ausgeschlossen werden, die zuvor mit Viren kontaminiert wurden.

Quelle: Robert Koch Institut

Viele arbeitsrechtliche Fragen drängen sich derzeit in Sachen Coronavirus und der Folgeerkrankung Covid-19 auf. Die DGUV hat in ihrem Magazin topeins, dem Magazin für Führungskräfte, die entsprechenden Antworten darauf.

  • Dürfen Beschäftigte der Arbeit fernbleiben, weil sie Angst vor einer Ansteckung haben?
    Nein. Eine generelle Sorge oder Angst vor einer Infektion ist kein Grund dafür, dass Arbeitnehmende zuhause bleiben dürfen. 
     
  • Wie sieht es aus, wenn ein Verdachtsfall im Betrieb vorliegt?
    Der Verdachtsfall muss zur Abklärung umgehend einer Ärztin oder einem Arzt vorgestellt werden. Anhand schneller diagnostischer Tests kann der Verdacht abgeklärt werden. Bei positivem Befund muss der Arbeitgebende umgehend das weitere Vorgehen mit den vor Ort zuständigen Behörden (Gesundheitsamt) abstimmen und dann das weitere Vorgehen veranlassen. In der Regel werden dann alle weiteren Beschäftigten, die Kontakt mit dem infizierten Beschäftigten hatten, auf eine Infektion getestet und bei positivem Befund unter Quarantäne gestellt. 
     
  • Habe ich Anspruch auf Homeoffice?
    Nein, ein Anspruch auf Arbeiten im Homeoffice besteht nicht. Viele Tätigkeiten sind hierfür auch gar nicht geeignet. Es ist jedoch möglich, dass Beschäftigte aufgrund einer behördlichen Anordnung daran gehindert werden, zur Arbeit zu erscheinen. Hier sollten Arbeitgebende flexibel reagieren und Homeoffice zulassen, wo möglich. 
     
  • Dürfen Arbeitnehmende eine Dienstreise wegen Gesundheitsbedenken ablehnen?
    Auch wenn der Arbeitsvertrag die Arbeitnehmenden zu Dienstreisen verpflichtet: es gilt hier billiges Ermessen. Wenn das Auswärtige Amt für das konkrete Reiseziel eine Reisewarnung ausgesprochen hat, können Arbeitnehmende die Dienstreise ablehnen.
    Hier ist es auch wichtig, dass Arbeitgebende und Arbeitnehmende im Gespräch bleiben, ob die Reisen zwingend nötig sind oder nicht andere Möglichkeiten wie Videokonferenzen bestehen. 
     
  • Können Arbeitgebende die Mitarbeitenden kontrollieren, bevor sie den Arbeitsplatz betreten?
    Nein. Arbeitgebende sind zwar verpflichtet, die Arbeitnehmer vor Gefahren für Leben und Gesundheit zu schützen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Darunter fällt aber nicht die Anordnung von Kontrollen oder Untersuchungen. Sinnvoll wäre hier vielmehr die Aufklärung der Beschäftigten über Schutzmaßnahmen und das Bereitstellen von beispielsweise Desinfektionsmitteln. 
     
  • Wenn der Betrieb schließen muss, wird die Vergütung weitergezahlt? 
    Wenn die Schließung auf eine staatlich verordnete Quarantäne zurückgeht, greift das Infektionsschutzgesetzt. Nach § 56 IfSG erhalten Arbeitnehmende sechs Wochen lang eine Entschädigungsleistung gezahlt, die der Höhe des Verdienstausfalls entspricht. Das gilt allerdings nur, wenn tatsächlich nicht gearbeitet werden darf und ein Verdienstausfall vorliegt. Bei Arbeitnehmenden, die im Homeoffice arbeiten können, greift die Entschädigungsleistung nicht. Falls die Quarantäne länger als sechs Wochen dauert, würde ab der siebten Woche eine Entschädigung gezahlt, die den Leistungen des Krankengeldes entspricht.
    Muss der Betrieb aus anderen Gründen schließen, bleibt der Anspruch auf die Vergütung trotzdem bestehen. Das Betriebsrisiko tragen nämlich grundsätzlich die Arbeitgebenden. Möglich ist allerdings, dass sich aus einem Tarifvertrag etwas anderes ergibt. 
     
  • Was passiert im Krankheitsfall?
    Sind Arbeitnehmende selbst erkrankt, besteht der bekannte Anspruch auf Entgeltfortzahlung nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz für sechs Wochen. Nach den sechs Wochen besteht der Anspruch auf Krankengeld (bei Beschäftigung länger als vier Wochen). Voraussetzung ist die rechtzeitige Krankmeldung. 
     
  • Wenn das Kind in Quarantäne bleiben müsste – wird dann die Vergütung weitergezahlt?
    Sofern sich keine andere Person um das Kind kümmern kann, kommt ein Anspruch nach § 616 BGB auf Fortzahlung der Vergütung in Betracht. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass Angehörige in einem Haushalt gemeinsam in Quarantäne verbleiben müssen. 
     
  • Was können Arbeitnehmende tun, wenn Kindergarten oder Schule wegen Infektionsverdacht geschlossen bleiben?
    Da das Kind nicht krank ist, kann auch kein ärztliches Attest eingereicht werden. Zunächst sind Arbeitnehmende also selbst gefragt, die Betreuung zu organisieren. Ist das nicht möglich oder ausgereizt, muss eine Einigung mit dem Arbeitgebenden erreicht werden. Einen Anspruch auf bezahlte Freistellung gibt es nicht.

Quelle: topeins, Das Magazin für Führungskräfte - Maren Zeidler

Kommunikation ist das A und O
Um Falschinformationen zu unterbinden, ist es wichtig, klar und ohne Panikmache zu kommunizieren. Deutliche Anweisungen von Seiten der Führungskraft und des Betriebs sorgen für Handlungssicherheit.

  • Kommunikation sollte zentral laufen und Informationen nicht von Ebene zu Ebene weitergereicht werden. 
  • Interne Ansprechpersonen (und Vertretungen), die Entscheidungen treffen können, sollten benannt werden. Alle im Betrieb sollten wissen, wer diese Personen sind. In größeren Betrieben kann es sinnvoll sein, einen Krisenstab zu bilden.
  • Festlegen, was wie kommuniziert wird. Die Informationen sollten sachlich, klar und aktuell sein. Ein funktionierender Informationsfluss wirkt Ängsten entgegen. Wichtige Impulse zu einer guten Kommunikation im Betrieb gibt auch die Kampagne kommmitmensch der DGUV. 

Individuelle Maßnahmen der Beschäftigten unterstützen
Durch Aushänge am Schwarzen Brett und in den Toilettenräumen oder Meldungen im Intranet sollten die Beschäftigten auf grundsätzliche Hygienemaßnahmen hingewiesen und diese auch ermöglicht werden. Das umfasst:

  • Hand- und Nieshygiene
  • Einmalgebrauch von Taschentüchern
  • Regelmäßiges Lüften
  • Bereitstellen von Desinfektionsmitteln, wo nötig

Aushänge zu korrektem Händewaschen und anderen Hygieneplänen finden Sie hier.

Betriebliche Maßnahmen
Doch natürlich sollten nicht nur die einzelnen Beschäftigten individuell vorsorgen. Auch die Arbeitsumgebung spielt eine maßgebliche Rolle:

  • Vor Meetings sollte überlegt werden, ob diese not-        wendig sind – gibt es Alternativen?
  • Anweisungen zu Dienstreisen sollten klar und deutlich sein – Telefon- und Videokonferenzen sind, wenn möglich, vorzuziehen. Es sollte klare Handlungsanweisungen zum Umgang mit Rückkehrenden aus Risikogebieten geben. 
  • Im Fall (und auch im Vorfeld) einer Pandemie sollten Arbeitgebende über eine mögliche Verlagerung der Arbeitsplätze in den häuslichen Bereich nachdenken. Hierzu bedarf es der notwendigen Voraussetzungen, wie der Bereitstellung von Arbeitsgeräten und digitalen Fernzuugriff auf die IT-Systeme. Allerdings gilt auch im Pandemiefall: Arbeitnehmende haben nicht automatisch Anrecht auf das Arbeiten im Homeoffice. 

Geschäftsabläufe auch im Krisenfall aufrechterhalten
Sollte es zu größeren personellen Ausfällen kommen, zahlt sich eine gute Planung aus. Hierfür sollte folgendes vorgehalten werden

  • Eine Rangliste, welche Funktionen (nicht Personen) im Betrieb unbedingt erforderlich sind. Für jede der Funktionen – je nach Wichtigkeit – sollten eine oder mehrere Stellvertretungen benannt und Übergaben vorbereitet sein.
  • Verfahren, wie damit umgegangen wird, wenn Beschäftigte während der Arbeit Krankheitssymptome bekommen, die auf eine mögliche Erkrankung mit dem Coronavirus hinweisen. 
  • Einbeziehen von Betriebsärztin oder Betriebsarzt, zum Festlegen eventuell nötiger Maßnahmen.

All diese Maßnahmen können mit relativ wenig Zeitaufwand umgesetzt werden. Um in Zukunft für den Ernstfall gewappnet zu sein, hilft eine langfristige betriebliche Pandemieplanung. Anhand von Checklisten kann der Ernstfall vorbereitet werden. Pandemieplanung hilft nicht, die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Sie kann jedoch dazu beitragen, dass Betriebe handlungsfähig bleiben und volkswirtschaftliche Schäden reduziert werden. 

Quelle: topeins, Das Magazin für Führungskräfte - Maren Zeidler